Kontakt:
Alexander Clahes
fachgruppe-neurodiversitaet@bdp-klinische-psychologie.de

Bei Interesse an Neuigkeiten, künftigen Aktionen und Veranstaltungen senden Sie bitte eine formlose Mail um Informationen per Mail zu erhalten.
Auch bei Interesse an einer aktiven Mitgestaltung können Sie sich jederzeit gerne melden. Eine formelle Aufnahme in die Fachgruppe, eine BDP-Mitgliedschaft ist zunächst nicht erforderlich.

Aktuelles:

Arbeitsschwerpunkte

Die Fachgruppe Neurodiversität setzt sich mit der Vielfalt neurokognitiver Profile auseinander und vereint Kolleginnen und Kollegen, die in Diagnostik, Forschung oder klinischer Praxis mit ADHS, Autismus und anderen neurodivergenten Ausprägungen arbeiten. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse, diagnostische Standards und praxisorientierte Ansätze zusammenzuführen und für die psychologische Profession nutzbar zu machen.

Neurodiversität wird zunehmend als wesentlicher Aspekt menschlicher Entwicklung und psychischer Gesundheit verstanden. Mit der Gründung dieser Fachgruppe möchten wir einen Raum schaffen, in dem fachlicher Austausch, methodische Qualität und interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert werden. Dabei stehen sowohl die Perspektiven der Betroffenen als auch gesellschaftliche, psychosoziale und klinische Fragestellungen im Fokus.

Intention:
Die Gründung der Fachgruppe Neurodiversität erfolgt vor dem Hintergrund deutlich steigender Prävalenzraten in Deutschland und eines wachsenden Versorgungsbedarfs. Aktuelle Daten gehen davon aus, dass etwa 5–7 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie rund 2–4 Prozent der Erwachsenen Kriterien einer ADHS erfüllen. Für Autismus-Spektrum-Störungen werden Prävalenzraten von etwa 1–2 Prozent der Bevölkerung angenommen. Die zunehmende Sichtbarkeit neurodivergenter Profile – insbesondere im Erwachsenenalter – ist dabei weniger Ausdruck einer Überdiagnostik als vielmehr Folge verbesserter diagnostischer Sensibilität und eines erweiterten wissenschaftlichen Verständnisses.

Gleichzeitig zeigt sich in der psychologischen Praxis weiterhin eine erhebliche Unsicherheit im Umgang mit Neurodiversität. Fragen der differenzierten Diagnostik, der Abgrenzung zu komorbiden Störungsbildern sowie einer angemessenen, wertschätzenden Heranführung an das Thema stellen viele Praktizierende vor Herausforderungen. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Neurodiversität in der psychologischen Aus- und Weiterbildung bislang häufig nur randständig behandelt wurde. Die Fachgruppe versteht sich daher als Plattform, um diagnostische Kompetenz, wissenschaftlichen Austausch und praxisnahe Expertise systematisch zu bündeln und weiterzuentwickeln.

Zielsetzungen:

  • Förderung eines evidenzbasierten Verständnisses von Neurodiversität über die gesamte Lebensspanne
  • Austausch zu diagnostischen Verfahren, Leitlinien und Best Practices in der klinischen Arbeit
  • Stärkung der wissenschaftlichen Vernetzung und Initiierung gemeinsamer Forschungsaktivitäten
  • Entwicklung praxisnaher Konzepte zur Beratung, Therapie, Prävention und Teilhabeförderung
  • Sensibilisierung für diversitätssensible und ressourcenorientierte psychologische Arbeit
  • Reflexion gesellschaftlicher und ethischer Fragen im Umgang mit neurodivergenten Menschen

Die Fachgruppe richtet sich an Psychologinnen und Psychologen aus Praxis, Wissenschaft und Ausbildung, die sich mit neurodivergenten Lebensprofilen beschäftigen oder ihre Expertise in diesem Feld vertiefen möchten.
Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind herzlich eingeladen, sich einzubringen und die zukünftige Ausrichtung der Fachgruppe aktiv mitzugestalten.