Januar 2026
Der Sektionsvorstand begrüßt Alexander Clahes als neuen Funktionär und Ansprechpartner für die neu gegründete Fachgruppe Neurodiversität, die sich mit der Vielfalt neurokognitiver Profile auseinandersetzt und Kolleginnen und Kollegen vereint, die in Diagnostik, Forschung oder klinischer Praxis mit ADHS, Autismus und anderen neurodivergenten Ausprägungen arbeiten. Das Ziel ist, wissenschaftliche Erkenntnisse, diagnostische Standards und praxisorientierte Ansätze zusammenführen und für die psychologische Profession nutzbar machen.
Die Gründung der Fachgruppe Neurodiversität erfolgt vor dem Hintergrund deutlich steigender Prävalenzraten in Deutschland und eines wachsenden Versorgungsbedarfs. Die zunehmende Sichtbarkeit neurodivergenter Profile – insbesondere im Erwachsenenalter – ist dabei weniger Ausdruck einer Überdiagnostik als vielmehr Folge verbesserter diagnostischer Sensibilität und eines erweiterten wissenschaftlichen Verständnisses.
Gleichzeitig zeigt sich in der psychologischen Praxis weiterhin eine erhebliche Unsicherheit im Umgang mit Neurodiversität. Fragen der differenzierten Diagnostik, der Abgrenzung zu komorbiden Störungsbildern sowie einer angemessenen, wertschätzenden Heranführung an das Thema stellen viele Praktizierende vor Herausforderungen. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Neurodiversität in der psychologischen Aus- und Weiterbildung bislang häufig nur randständig behandelt wurde. Die Fachgruppe versteht sich daher als Plattform, um diagnostische Kompetenz, wissenschaftlichen Austausch und praxisnahe Expertise systematisch zu bündeln und weiterzuentwickeln.
Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind herzlich eingeladen, sich einzubringen und die zukünftige Ausrichtung der Fachgruppe aktiv mitzugestalten.
Zielsetzungen:
• Förderung eines evidenzbasierten Verständnisses von Neurodiversität über die gesamte Lebensspanne
• Austausch zu diagnostischen Verfahren, Leitlinien und Best Practices in der klinischen Arbeit
• Stärkung der wissenschaftlichen Vernetzung und Initiierung gemeinsamer Forschungsaktivitäten
• Entwicklung praxisnaher Konzepte zur Beratung, Therapie, Prävention und Teilhabeförderung
• Sensibilisierung für diversitätssensible und ressourcenorientierte psychologische Arbeit
• Reflexion gesellschaftlicher und ethischer Fragen im Umgang mit neurodivergenten Menschen
Kontaktadresse: fachgruppe-neurodiversitaet@bdp-klinische-psychologie.de
Die Website der Fachgruppe ist im Aufbau.