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40. Jahrestagung Klinische Psychologie in der Rehabilitation

Psychologische Schmerztherapie in der medizinischen Rehabilitation
12. - 13.11.2021 online

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Mehr zum AK Reha-Psychologie
- der Fachgruppe Klinische Psychologie in der Rehabilitation in der Sektion Klinische Psychologie im BDP e.V.

Workshopabstracts 40. Jahrestagung Rehapsychologie

1. "Ich bilde mir den Schmerz doch nicht ein". Bio-psycho-soziale Zusammenhänge von Schmerz erklären - aber wie?
Dipl.-Psych. Hans-Günter Nobis, Bielefeld
Wer die Arbeit mit Schmerzkranken kennt, weiß um die besondere Herausforderung, wenn es um die Vermittlung "bio-psycho-sozialer" Zusammenhänge geht. "Vorurteile" von Patienten, der Schmerz weise immer auf einen körperlichen Defekt und Skepsis bis Ablehnung gegenüber psycho-sozialen Mitwirkungsfaktoren erschweren die Compliance und führen nicht selten zum Ab-bruch der Behandlung. Die Bedeutung von Kommunikation und Information in der psychologischen Schmerzbehandlung (Schmerz-Edukation) wird anhand von klinischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Daten untermauert. In der Praxis bewährte Erklärungsmodelle zum Thema "Der bio-psycho-soziale Schmerz" und "Wie wird aus Schmerz chronischer Schmerz?" und "Wie machen Gefühle körperliche Beschwerden?" werden vorgestellt und ihre Umsetzung diskutiert. Der Workshop richtet sich sowohl an die Berufsanfängerin wie erfahrene Psychothera-peutin.

2. Akzeptanz und Commitmentherapie (ACT) in der Behandlung chronischer Schmerzen
Dr. rer. nat. Anke Diezemann, Mainz
Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie ist eine störungsübergreifende Methode, die vor allem bei chronischen Erkrankungen zur Anwendung kommt. Ziel der Therapie ist es, trotz des chronischen Problems (hier der chronische Schmerz) werteorientiert sein Leben zu gestalten. Hierbei kommen Techniken z.B. der kognitiven Defusion und der Achtsamkeit zur Anwendung. Mögliches Ziel ist der Aufbau einer akzeptierenden Haltung gegenüber dem zugrundeliegenden Problem, um sich weniger der Symptomreduktion sondern vielmehr der Verbesserung der Lebensqualität und persönlichen wertvollen Richtungszielen im eigenen Leben wieder zuzuwenden. Der Workshop vermittelt das grundlegende Konzept der Act mit einfachen Übungen und Interventionen und ist auch für Anfänger in der Rehabilitation geeignet.

3. Resilienz- und Stressmanagementtraining in der Psychokardiologie
Dipl.-Psych. Britta Mai, Reichelsheim
Nach einer kurzen theoretischen Einführung über die Hintergründe einer verhaltensorientierten Rehabilitation am Beispiel der Psychokardiologie werden einzelnen Module und deren Umsetzung dargestellt. Im Vordergrund stehen dabei die praktische Durchführung einzelner Übungen zur Förderung der Resilienz und des Stressmanagements. So werden Sie u.a. Übungen aus dem Bereich der formellen und informellen Achtsamkeit u.a. Geh- und Atemmeditation, wie auch weitere Übungen z. B. die Rosinenübung kennenlernen und selbst durchführen. Ziel des Workshops ist die Erweiterung Ihres therapeutischen Werkzeugkoffers und eine Einführung in eine verhaltensorientierte Rehabilitation.

4. Und Ich? Achtsamkeit, Kontemplation und Kondition als stärkende Faktoren im psychologischen Arbeitsalltag
Sportwissenschaftler M.A., Frank Härdter, Bad Gandersheim
Neue berufliche Herausforderungen prägen unsere Arbeitswelt. Der Wechsel zwischen Homeoffice und Büro, die digitalen und analogen Kommunikationsformen sind zusätzliche Aspekte, die neben der originären psychologischen Arbeit bewältigt werden müssen.
Ein entlastender Ausgleich dient dem Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit. Das geht auch digital! Die Sport- und Bewegungswissenschaft bietet diverse Techniken zu mehr Entspannung und Kräftigung an. Drei unterschiedliche Zugänge werden vorgestellt und erprobt: Achtsames Agieren mit sich und seiner Umwelt, Kontemplation mit Qi Gong - Einheiten sowie Übungen zur Stärkung der körperlichen Kondition.
Sie werden in die Lage versetzt, die Übungen gleich im Anschluss in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Für die digitale Teilnahme wählen Sie bitte einen Raum, in dem Sie möglichst um sich herum eine gute Armlänge Bewegungsspielraum haben.

5. Phantom Teams, Dr. House und Emergency Room: Möglichkeiten und Grenzen von Interdisziplinarität
Dr. rer. nat. Paul Nilges, Mainz
Interdisziplinäres Arbeiten unterscheidet sich von den in der Ge-sundheitsversorgung üblichen Kooperationsformen (multidisziplinär, konsiliarisch, Liaison) hinsichtlich Qualität, Intensität der Kommunikation und zeitlichem Aufwand. Interdisziplinarität entspricht zudem nicht den im Gesundheitswesen (implizit und explizit) üblichen Hierarchien mit starren Regeln hinsichtlich der Verantwortungszuordnung. Aus dieser für alle Beteiligten ungewohnt offenen Situation können Konflikte resultieren, die mit persönlichen Belastungen verbunden sind sowie die Behandlung und damit die Effektivität direkt beeinflussen. Vor allem aus der Nichtbeachtung fachlicher Zuständigkeiten oder der Priorisierung einseitiger Therapiemaßnahmen aufgrund divergierender Krank-heitsmodelle (z. B. "Spritzentherapie" vs. Aktivierungsprogramm) resultieren nur schwer und zeitaufwändig lösbare teaminterne Konflikte. Im Workshop werden häufige und typische im klinischen Alltag "anstrengende" Interaktionsmuster mit ungünstigem Einfluss auf die Teamarbeit beschrieben und mögliche Reaktionen bzw. Lösungen besprochen.

6. Mut zur Wut
Dipl.-Psych. Ulrike Kaiser, Dresden
Eingeladen sind alle, die im Umgang mit Patienten und Emotionen mehr zu herausfordernden Situationen, aber auch zu sich selbst erfahren wollen; der professionelle Hintergrund ist unbedeutend, allerdings richtet sich die Darstellung der Methode vor allem an Psychotherapeuten.
Manche Patienten bringen starke Emotionen wie Wut in die Interaktion ein. Besonders im Gruppensetting können daraus dynamische Situationen entstehen. Wut, in ihrer unbewältigten Form, kann dabei maßgeblich den Prozess sowohl physiologisch-funktionell als auch psychologisch-interaktionell behindern. Ziel des Workshops ist, das an sich tabuisierte Gefühl der Wut als Kraftquelle zu begreifen und in der Therapie gezielt zu adressieren. Es werden physiologisch-funktionelle Grundlagen zur Notwendigkeit der Berücksichtigung von Wut aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie die Grundvoraussetzungen in der psychotherapeutischen Arbeit vorgestellt. Anhand praktischer Übungen im Anschluss an diese kurze theoretische Einführung soll den Teilnehmern Mut gemacht werden, sich dem erst einmal bedrohlich wirkenden Gefühl Wut anzunähern. Einer einfachen Struktur folgend (Wahrnehmen und Anerkennen, Re-gulieren, Bewältigen) werden Ansätze vorgestellt, die in der engen Zusammenarbeit zwischen Physio- und Psychotherapie Zugang zum Erleben sowie zu dessen Bewältigung im Sinne eines verbesserten Selbstmanagements beim Patienten hinsichtlich seiner Wut ermöglichen. Feedback und Diskussion von den Teilnehmern sowie Einbringen eigener Erfahrungen und Fälle ist ausdrücklich erwünscht.