Vortrag im Rahmen der CI-Fachtagung 2026, 13.-14. November in Koblenz/Rhein
Einfluss von depressiven Symptomen auf das postoperative Sprachverstehen bei erwachsenen CI-Tragenden
Sabine Anrath
Staatlich anerkannte Logopädin, B.Sc. Angewandte Gesundheitswissenschaften mit Schwerpunkt Logopädie, M.Sc. Prävention und Gesundheitspsychologie, Promovendin Psychologie (Dr. rer. medic), Zertifizierung zur Psychoonkologin (DKG)
Frau Anrath ist seit dem Jahr 2009 im CI-Centrum der Kliniken der Stadt Köln gGmbH tätig, wobei ihr Schwerpunkt auf der Hörtherapie sowie der psychologischen Beratung von schwerhörigen Erwachsenen vor und nach der Cochlea-Implantation liegt.
Hintergrund / Ziel:
Zahlreiche Einflussfaktoren die das postoperative Sprachverstehen von erwachsenen CI-Tragenden beeinflussen können, sind bereits eingehend untersucht worden. Bislang wurde nur unzureichend erforscht, in welchem Maße depressive Symptome das Sprachverstehen nach einer Cochlea-Implantation beeinflussen.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, den Einfluss depressiver Symptome auf die postoperativen Sprachtestergebnisse und das subjektive Hörvermögen erwachsener CI-Tragender während der zweijährigen Rehabilitationsphase zu analysieren.
Methode:
Die Daten von 50 postlingualertaubten CI-Tragenden (18 weiblich, 32 männlich) im durchschnittlichen Alter von 57,7 Jahren werden prospektiv über einen Zeitraum von zwei Jahren zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten erhoben. Das Sprachverstehen wird mithilfe des Freiburger Einsilbertest, das subjektive Hörvermögen über den Hearing-Implant-Sound-Quality-Index (HISQI19) und die Überprüfung depressiver Symptome mithilfe des vereinfachten Beck-Depressions-Inventars (BDI-V) analysiert.
Ergebnisse:
Es sind Ergebnisse zu erwarten, die darlegen, in welchem Ausmaß und zu welchem Zeitpunkt depressive Symptome das postoperative Sprachverstehen von erwachsenen CI-Tragenden in der CI-Versorgung beeinflussen.
Diskussion:
Aus den zu erwarteten Ergebnissen könnte geschlussfolgert werden, dass eine umfassende psychische Unterstützung und Betreuung während der CI-Versorgung erforderlich ist, um den Rehabilitationsverlauf der CI-Tragenden zu optimieren.