Vortrag „Schmerzen oder „Verhaltensstörung“?
Beobachtung, Diagnostik und Behandlung von Schmerzen bei Menschen mit Intelligenzminderung – Herausforderungen und psychologische Aspekte “
Referentin: Dr. Helga Schlichting, Institut für Förderpädagogik an der Universität Leipzig
Menschen mit angeborener oder erworbener Intelligenzentwicklung äußern Schmerzen und andere körperliche Probleme häufig nicht verbal, sondern durch verschiedenste unspezifische Verhaltensweisen. Interventionen wegen auffälligen Verhaltens zeigen dann meist keine Wirkung in die gewünschte Richtung. Gleichzeitig werden zugrunde liegende Schmerzen und ursächliche (oft schwere) Erkrankungen oft nicht bzw. sehr verspätet erkannt und nicht adäquat behandelt.
Im Vortrag sollen biografische Gegebenheiten, psychische Besonderheiten, aber auch problematische Haltungen von Mitarbeitenden, die zur erschwerten Kommunikation des Schmerzes führen, diskutiert werden. Weiterhin sollen Möglichkeiten einer systematischen Beobachtung von Schmerzverhalten durch Assessment-Instrumente gezeigt werden. Diese helfen Mitarbeitenden, Schmerzen zuverlässiger festzustellen und sind nützlich als Grundlage für eine nachfolgende ärztliche Diagnostik. Neben medizinische Behandlungs-Maßnahmen gibt es diverse psychologisch-pädagogische Angebote, die zu Linderung und/oder Prävention von Schmerz bei Menschen mit Intelligenzminderung beitragen können. Auch diese sollen in Vortrag und Diskussion behandelt werden.
Dr. Helga Schlichting hat große praktische Erfahrung aus einer Fördertagesstätte für erwachsene Menschen mit schwerer Behinderung und als Förderschullehrerin in Thüringen.
Seit über 10 Jahren arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Förderpädagogik an der Universität Leipzig sowohl im Bereich geistige als auch körperlich-motorische Entwicklung.
Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich u.a. in Lehre- und Forschung mit Schmerzen und Schmerzerkennung bei Menschen mit geistiger und komplexer Behinderung.
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