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Teilleistungsstörungen und Lerntherapie

Komorbidität und begleitende Störungen per 05.02.2014

Während der Schulzeit sind begleitende Störungen im emotionalen und Verhaltensbereich häufig.
Ein Teil der Kinder weist bereits vor der Einschulung Entwicklungsstörungen auf, z.B. Sprachstörungen oder psychische Störungen, z. B. oppositionelles Verhalten. Diese Störungen können als primäre Störungen bezeichnet werden und bleiben oft bis in die Schulzeit präsent.
Interessanterweise werden Entwicklungsauffälligkeiten im Bereich der Vorausläuferfähigkeiten für das Rechnen selten festgestellt. Im Bereich Sprache hat in den letzten Jahren geradezu ein Boom bezüglich Sprachförderung, Training der phonologischen Bewusstheit etc. stattgefunden, nicht zuletzt auch durch die Sprachstandserhebungen. Man nimmt heute an, dass Defizite in den Bereichen Gedächtnisfunktion, Sprache und Wahrnehmung, insbesondere die der visuell-räumliche Wahrnehmung, zur Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten führen. Kinder im Vorschulalter sollten Elemente in eine Reihe einordnen können, Invarianzen und Zahlbilder erkennen sowie erste Zählfähigkeiten besitzen. Erste Ansätze lassen erkennen, dass sich auch im Bereich der Vor-Ausläufer-Fähigkeiten für das Rechnen in den nächsten Jahren eine deutliche Entwicklung anbahnen wird. Je eher den Kindern eine Förderung zukommt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Probleme manifestieren und sekundäre Störungen entwickeln.
Sekundäre Störungen (psychische Auffälligkeiten, Schulangst etc.) entwickeln sich als Folge einer LRS oder Dyskalkulie, bzw. aufgrund der psychischen Belastung, die mit diesen Störungen bei manchen Kindern einhergeht. Manche Kinder und Familien beweisen aber auch eine hohe Resilienz im Umgang mit einer Teilleistungsstörung, so dass eine sekundäre Störung nicht zwangsweise auftreten muss.

Häufige primäre komorbide Störungen sind:

  • psychomotorisches Ungeschick
  • Schwierigkeiten mit der visuellen und visuell-räumlichen Wahrnehmung
  • Probleme mit der visuomotorischen Koordination
  • Hyperkinetische Störungen (Aufmerksamkeit, motorische Unruhe, Impulsivität)
  • Störungen im Lang- und/oder Kurzzeitgedächtnis (bei LRS: Wortfindungsstörungen)
  • Ängste
  • Depressionen

Sekundäre Störungen können sein:

  • Schulangst
  • Konzentrationsstörungen
  • Motorische Unruhe
  • Motivationsverlust
  • Erziehungsschwierigkeiten in der Schule und/oder Familie.

Jacobs und Petermann (Claus Jacobs, Franz Petermann: Rechenstörungen, Göttingen 2007, S. 10) zeigen anhand einer Tabelle Untersuchungen der Komorbidität von Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenstörung in verschiedenen Ländern auf, Danach liegt diese zwischen 17 und 65 Prozent.