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Teilleistungsstörungen und Lerntherapie
Erscheinungsbilder von Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörung/-schwäche
Die unten aufgeführten Merkmale sind häufig bei Kindern mit
Lese- und Rechtschreibschwächen zu beobachten (nach G. Schulte-Körne:
Lese-Rechtschreibstörung In: F. Mattejat (Hg.) Lehrbuch der Psychotherapie,
Bd. 4 Verhaltenstherapie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien,
München 2006. S.433). In einem Erstkontakt mit Eltern können
diese Merkmale einen Hinweis geben, ob eine Diagnostik sinnvoll ist, ersetzen
eine solche aber nicht.
Bei einer Leseschwäche sind folgende Erscheinungsbilder häufig:
- Wörter und Wortteile werden ausgelassen, hinzugefügt oder
ersetzt.
- Die Lesegeschwindigkeit ist niedrig.
- Es dauert bis ein Kind mit dem Vorlesen beginnt, die Zeile im Text
wird oft verloren.
- Ganze Wörter oder Buchstaben in den Wörter werden vertauscht.
- Wörter werden in der Bedeutung durch ähnliche Wörter
ersetzt.
- Die Kinder können Vorgelesenes nicht wiedergeben.
- Die Kinder können keine Zusammenhänge in den Texten erkennen
oder Schlussfolgerungen ziehen.
Bei einer Rechtschreibschwäche ist häufig Folgendes zu beobachten:
- Es fällt den Kindern schwer, Buchstaben, Wörter oder ganze
Sätze zu schreiben.
- Die Kinder haben eine hohe Fehlerzahl bei ungeübten Diktaten
und Abschreiben von Texten.
- Sie haben häufig Fehler in der Interpunktion und Grammatik.
- Sehr oft ist auch die Handschrift unleserlich.
Kinder mit Rechenschwäche fallen häufig auf, weil ihnen ein
Mengen- und Größenverständnis fehlt, sie Zähl-, Rechen-
und Transkodierungsfehler begehen, sowie Probleme haben, den Stellenwert
von Zahlen zu verstehen (vgl. Claus Jacobs, Ulrich Petermann: Diagnostik
von Rechenstörungen, Göttingen 2005. S.10ff.).
Konkret bedeutet es:
- Vorwärts- und rückwärts zählen, insbesondere
in größeren Schritten gelingt nicht.
- Zahlwörter oder arabische Ziffern können nicht einer konkreten
Menge zugeordnet werden.
- Mengeninvarianzen werden nicht erkannt.
- Die Ziffern werden "verdreht" geschrieben: 34 statt 43.
- Das Einschätzen und das sofortige Erfassen von Mengen gelingt
nicht.
- Das Kind verrechnet sich häufig um 1 und vertauscht oft die
Rechenzeichen.
- Beim Rechnen werden die Zehner/Hunderterübergänge nicht
berücksichtigt.
- Beim schriftlichen Rechnen werden die Zahlen nicht entsprechend ihres
Stellenwertes untereinander geschrieben.
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