Sektion Klinische Psychologie
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Wir trauern

Eine engagierte Kämpferin hat uns verlassen

Elisabeth Noeske 1943 - 2016

Nachruf auf eine vitale und engagierte Kämpferin

Elisabeth Noeske wurde 1943 als Tochter von sieben Kindern eines Pfarrers bei Blaubeuren geboren und wuchs in Herrenberg auf. Sie war verheiratet, hatte einen Adoptivsohn und 3 Pflegekinder.
Zunächst erfolgte eine Berufsausbildung und Berufsausübung bis 1967 als Krankenschwester. Danach absolvierte sie bis 1975 ein Studium und eine Tätigkeit als Dipl. Sozialarbeiterin. Schließlich studierte Elisabeth Noeske an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg von 1975 bis 1981 Psychologie.
Seit 1989 war sie Mitglied des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP).
27 Jahre lang war sie Leiterin vom "Haus Landwasser", einer Reha-Einrichtung für psychisch erkrankte junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren.
Aber auch nach ihrem Rentenbeginn 2008 wie ihr gesamtes Leben lang war und blieb sie sozial in hohem Maße engagiert, trat kämpferisch für diejenigen ein, die "schlechtere Karten" im Leben haben. Sie setzte sich für Inklusion und den Abbau von Barrieren unterschiedlichster Art ein, prangerte Diskriminierungen an. Sie war Sprecherin der Freiburger Arbeitsgemeinschaft "Miteinander leben", arbeitete in regionalen und überregionalen Gremien der Behindertenhilfe mit, insbesondere im Kontext der Psychiatrie.
Auch im privaten Kontext unterstützte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Bertold Noeske Flüchtlinge aus aller Herren Länder. Zuletzt nahm sie eine Asylantin aus Kamerun mit ihrer Tochter in ihrem Haus und in ihrer Familie auf.
In den 90er Jahren bis 2013 war sie im Vorstand der Landesgruppe Baden-Württemberg. In Freiburg koordinierte Elisabeth Noeske bis zuletzt den BDP Stammtisch.
Über viele Jahre war sie zunächst Delegierte der Sektion Klinische Psychologie, seit 2008 gehörte sie dem Sektions-Vorstand an.
Die Kollegin war Psychologische Psychotherapeutin und seit 2001 Mitglied der Vertreterversammlung der Landes-Psychotherapeuten-Kammer Baden Württemberg.
Anfang Juli 2016 hatte Elisabeth Noeske wegen orthopädischer Probleme eine Reha-Kur begonnen. Bei einem Sauna - Aufenthalt erlitt sie einen Kreislauf-Kollaps, geriet in eine bedeutsame Dehydrierung, musste stationär in der Tübinger Universität Klinik aufgenommen und in ein künstliches Koma versetzt werden. Am 14. Juli 2016 ist sie endgültig um 14.30 Uhr infolge eines multiplen Organversagens eingeschlafen.

Wir empfinden alle tiefe Trauer und Betroffenheit. Wir haben Elisabeth Noeske als eine kompetente Kollegin, engagierte und loyale Funktionärin und insbesondere als Mensch sehr geschätzt und geliebt.
Mit großer Hochachtung verbeugen wir uns angesichts ihres Lebenswerkes und ihrer Leistungen. Elisabeth Noeske hat sich um die Sektion Klinische Psychologie, die Behindertenhilfe und die von ihr initiierten resp. mitbetreuten Projekte, in letzter Zeit insbesondere zur Inklusion, Notfallpsychologie bei geistig behinderten Menschen, bei der Petition für muttersprachliche Psychotherapie, Interventionen auf Palliativ-Stationen, sehr verdient gemacht und war in einer schwierigen Phase bereit, die Leitung der Fachgruppe Entspannungsverfahren zu übernehmen.
Es fällt uns sehr schwer, uns vorzustellen, wie die Vorstandsarbeit ohne sie möglich sein wird, werden diese Arbeit und die Projekte aber in ihrem Sinne fortführen.
In ihrem Engagement und ihrer Vitalität war sie oft nicht zu bremsen und in dieser Eigenschaft werden wir sie auch in Erinnerung behalten.
Für mich, für uns alle, ist es ein großer menschlicher und persönlicher Verlust, dass Elisabeth Noeske von uns gegangen ist.
Ihrem Ehemann Bertold und der Familie wünschen wir in dieser schweren Stunde viel Kraft und sind in Gedanken bei ihr.

Dipl.-Psych. Henri Viquerat
Vorsitzender der Sektion Klinische Psychologie
14. Juli 2016